Die Schulterinstabilität



Im Bereich der Schulter können verschiedene Gelenke instabil sein.

Das Gleno-humoral-Gelenkist das eigentliche Schultergelenk.
Aufgrund des vorwiegend kapsulären Aufbaues dieses Gelenkes können hier
Instabilitäten in verschiedene Richtungen auftreten.

Diese Instabilitäten können angeboren oder erworben sein.

Bei den
angeborenen Schulterinstabilitäten - auch "habituelle oder willkürliche
Schulterinstabilität" - ist die Gelenkkapsel extrem ausgeweitet und die Schulter dadurch
instabil. Meistens sind diese Schultern in verschiedene Richtungen luxierbar.
( sogenannte multidirektionale Instabilitäten)

Anders bei den
erworbenen Instabilitäten:
Diese können


  • chronische Überbeanspruchung ( wie z.B. bei Hochleistungssportlern aus den Werferdisziplinen - Handball, Baseball, Speerwurf)
    einerseits durch
  • Unfallmechanismen, die einer Luxation vorausgehen (Auskugeln der Schulter) entstehen.
    andererseits durch

Aus diesen Instabilitäten resultieren dann gegebenenfalls sich ständig wiederholende Luxationen.
All diese Schulterinstabilitäten können mit einem mehr oder weniger großen Erfolg
operativ stabilisiert werden.
Der größte Erfolg der operativen Stabilisierung ist jedoch den traumatischen
Instabilitäten vorbehalten.


Behandlung der Schulterinstabilität:

Der Versuch, eine Schulterinstabilität durch ein gezieltes Rotatorentraining zu beheben,
schlägt in der Regel auf Dauer fehl. Aufgrund der anatomischen Verhältnisse des Schultergelenkes
ist mittelfristig mit einem
Impingementsyndrom zu rechnen. Eine kurzfristige Stabilisierung durch
Muskeltraining kann zu einem vorübergehenden Erfolg führen.


Die definitive Behandlung heißt operativ:
Die operative Stabilisierung der Schulter sollte arthroskopisch erfolgen.
Hierbei werden durch kleine Einschnitte in der Haut sowohl eine Videooptik als auch das
erforderliche Arbeitsinstrument in das Gelenk eingebracht und die Operation unter
Videokontrolle durchgeführt. Aufgrund der deutlichen Vergrösserung des Bildausschnittes sind auch
kleine Schäden für das geübte Auge gut erkennbar.
Dies setzt jedoch - insbesondere bei arthroskopischen Eingriffen an der Schulter - eine große
Erfahrung in der Schulterarthroskopie voraus.
Der Operateur sollte mindestens 150 Schulterarthroskopien im Jahr ausführen.
Bei dieser operativen Stabilisierung werden die verletzten Strukturen durch gezielte Nähte,
gegebenenfalls unter Verwendung von TITAN-Fadenanker, die in die Gelenkpfanne eingebracht werden,
repariert und der ursprüngliche Zustand der Schulter wiederhergestellt.
Sehr ausgedehnte Kapselanteile können hierbei gegebenenfalls gerafft werden.


Nachbehandlung:

Eine rasche Mobilisierung des operierten Schultergelenkes ist das oberste Ziel.
Dennoch ist eine kurze
Teilruhigstellung in einer Armschlinge mit gezielter Krankengymnastik notwendig.

Nach ca. 8-10 Wochen ist eine vollständige Abheilung und eine freie Beweglichkeit
des Schultergelenkes zu erwarten.
Die Sportfähigkeit dürfte dann auch in vollem Umfang wiederhergestellt sein.